Akasha Coaching Mentorin

Neuro-Essay

ADHS und das Kaugummi-Problem mit Social Media.

Du wiederholst Dein Angebot nicht, weil Du Angst hast, andere zu nerven.
Sondern weil es Dich nervt.

Willkommen in der genialen Schaltzentrale neurodivergenter Köpfe, wo es alles andere als langweilig zugeht.

Es ist spät in der Nacht und ich müsste dringend schlafen.
Als mir mal wieder ein Gedanke in den Kopf schießt:
Wiederholungen sind für mich wie Kaugummi, nachdem ich zweimal gekaut habe – zäh und langweilig.

Für mich ist ein Post wie ein Kaugummiknall.

Bähm. Gesagt. Weiter.
Die nächste Kaugummikugel hüpft schon erwartungsvoll um die Ecke – und ich habe viele davon.

Und dann kommt dieser Konflikt:
ich habe etwas gesagt.
Und draußen passiert… erstmal wenig.
Keine Buchung. Keine Reaktion. Kein Echo.
Und mein Kopf denkt: Hä?

Doch die meisten Menschen laufen durch Instagram und Co. wie durch einen Bahnhof:
Blick hier, Story da, kurz Dopamin, weiter, vergessen, wieder weiter – irgendwann vielleicht:
„Oh stimmt, da war doch was.“

Ich habe kein Sichtbarkeitsproblem oder Angst jemanden zu nerven.
Ich habe ein internes Logik- und Dopaminproblem: „Ich habe es gesagt. Und damit ist es für mich abgeschlossen“.

Das ist ein Klassiker bei vielen ADHS-Köpfen:
Wir posten einmal und für uns ist es erledigt.
Dabei macht die Wiederholung es für andere oft erst greifbar und sichtbar.
Menschen scrollen. Menschen verpassen. Menschen speichern nicht beim ersten Kontakt.

Du hast kein „Sichtbarkeitsprobleme“ sondern einfach einen inneren Logikkonflikt
Nicht: „Du traust Dich nicht.“
Sondern: Dein System hält Wiederholung für unnötig.
Wenn Dir jemand erzählt:
„Du musst Deine Angst vor Sichtbarkeit angehen“,
dann suchst Du etwas, das gar nicht da ist.
Und zack: Gedankenloop – abwärts – kein Ende in Sicht.

Der Shift ist brutal einfach:

Du machst mehr Posts zu einem Thema, weil Menschen unterschiedlich wahrnehmen und speichern.

Ein Post ist ein Signal.
Fünf Posts sind ein Muster.
Zehn Posts sind der Moment, wo jemand plötzlich denkt:
„Oh ja.“

Und damit Dein Dopamin dabei nicht stirbt:

Du musst nicht zehnmal dasselbe posten.
Du machst zehnmal das selbe Thema:
mit unterschiedlichen Details, Nuancen, Blickwinkeln.

Variation für Dich.
Wiederkehr für die anderen.
Das ist die Brücke.

Menschen empfangen fragmentiert.
Zwischen Storys, Alltag, Dopamin, Scrollen, tausend Tabs im Kopf.
Das, was wir im Außen für Wiederholung halten, macht intern oft erst Speicherung möglich.
Auch bei mir.
Manchmal sehe ich etwas einmal und denke sofort: Geil, buche ich.
Oder ich denke, nice, mal sehen.
Wenn ich es dann nicht mehr sehe, ist es weg – für immer.
Wenn ich es aber öfter sehe, schließen sich die bisher fehlenden Fragmente für ein klares Ja oder Nein.

Mein Output ist gerne direkt.
Mein Input ist oft fragmentiert.

Das ist kein Widerspruch, sondern elektrische Spannung.

Love, Sandra

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