Korridore der Entscheidung

Jack Nox
Prophezeiungsdealer mit Kater und Charme
High energy Creation Strategiedesign Konzeptdesign
Jack Nox &
der Piratenkater

Prophezeiungsdealer mit Kater und Charme

Er verkauft keine Vorhersagen. Er verkauft Möglichkeiten. Verpackt in Kaugummikugeln, Tarotkarten mit Lücken oder Zettel, auf denen steht: „Wenn Du das liest, hast Du es schon getan.“ Er trägt Kajal unter den Augen und wenn er auftaucht riecht es immer nach Pfefferminztabak. Begleitet wird er ab und zu von dem Piratenkater aus seiner Halbwelt.

Korridore der Entscheidung

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Jack Nox - Korridore der Entscheidung

von Sandra Krensel | Roseashen

Korridore der Entscheidung

Du findest ihn nicht.
Er findet Dich.
Der Flur ist leer.
Das Licht über Dir flackert.
Bis sich ein Schatten löst.

Und plötzlich steht er da –
in einem der Korridore zwischen
„Ich sollte wirklich schlafen“
und „Was, wenn ich morgen alles ändere?“

Er hat ein Näschen für Schwellenmomente.
Und zuckende Ohren für Gedanken,
die sich noch nicht getraut haben, ausgesprochen zu werden.

Meistens lehnt er lässig an der Wand,
ein Fuß gegen den Putz gestemmt,
ein Mantel aus dunklem Samt,
auf dem in der richtigen Lichtneigung
etwas zu schimmern scheint –
vielleicht Glitzer. Vielleicht Landkarten.
Vielleicht Schmutz.

Seltsamerweise wabern immer genau in dem Moment,
in dem er auftaucht, Nebelschwaden über den Boden –
wie auf einem alten verlassenen Hafendock,
nach einem Deal, der entweder sehr falsch gelaufen ist,
oder kurz davor steht, die Welt zu verändern.

Wenn er in der Nähe ist,
riecht es immer ein bisschen nach elektrischer Nostalgie,
nach einem pfeffrigen After Shave aus der Zukunft, Pfefferminztabak und Tinte auf Haut.
Jack Nox beobachtet alles, weiß alles – gibt aber nicht alles preis.

Sobald er Dich sieht grinst er verschmitzt,
eine Zigarette im Mundwinkel,
deren Rauch sich langsam
mit Deinen Zweifeln vermischt und grün aufleuchtet.

Manchmal zeigt sich einen kurzen Moment ein Wort,
das Du fast vergessen hast –
bevor es mit dem nächsten Wimpernschlag schon verflogen ist.

Seine mit schwarzer Kohle umrahmten Augen
funkeln Dich an.

„Na“, sagt er,
als hätte er Dich erwartet.
„Hab da was, das Dir nicht fehlt. Aber fehlen wird, wenn Du jetzt weitergehst.“
Seine Stimme klingt immer ein wenig nach Schnurren, Zigarillo-Aroma
und einem Geheimnis, das sehr lange in der Manteltasche lag.

Jack Nox trägt Ringe an allen Fingern –
einer davon dreht sich, wenn jemand eine Ausrede denkt oder sich selbst belügt.
Manchmal schnipst er mit den Fingern,
und ein Funkenregen aus Optionen fällt zu Boden.
Einige verschwinden.
Andere kleben Dir an der Schuhsohle, bis Du sie lebst.

Dann –
das Rascheln seines Mantels.
Langsam, genüsslich.
Wie ein Trickster auf Zeit, klappt er ihn auf.
Im Innenfutter
ein lebendiges Durcheinander aus Dingen,
die nie im Schaufenster landen würden.

Jack Nox verkauft keine Zukunft.
Er dealt mit Was-wäre-wenn.
Verpackt in Kaugummikugeln mit Blitzkern,
Tarotkarten mit absichtlichen Lücken
und Zetteln, die sich nur spiegelverkehrt lesen lassen.

Da ist eine Uhr, die rückwärts läuft.
Darunter: eine Sanduhr ohne Sand,
dafür mit Konfetti und einem roten Apfel,
der immer wieder auftaucht und verschwindet –
nach einem unlogischen Prinzip,
das nur Jack Nox kennt und sein Kater toleriert.

Es gibt eine Lade mit bunten Kaugummikugeln.
Alle sehen ein wenig wie kleine Galaxien aus.
Manche sind leer und schmecken nach Vorfreude mit Brombeere und Waldmeister.
Andere enthalten eine Idee, die knallt, wenn man drauf beißt.
Danach atmet man so lange pinken Glitzer in die Umgebung,
bis man die Idee wirklich umgesetzt hat.
Wieder andere tragen den Geschmack von „Jetzt oder nie“.
Aber Achtung – diese machen Blasen, aus denen sich dann eine Stimme kräuselt:
„Warum hast Du’s noch nicht getan?“

Man weiß nie, welche Kugel man erwischt –
nur Jack Nox weiß es
und grinst schelmisch,
als hätte er das Universum mit einer Überraschungstüte verwechselt.

„Zugreifen, Darling. Jetzt.“, sagt er.
„Ich nehme keine Rückfragen.
Und Umtausch ist grundsätzlich ausgeschlossen.“

Um seine Beine schleicht sein Kater.
Ein zynisches Biest mit einer goldenen Pupille,
einem Piratenauge und dem Talent,
zu schnurren, wenn Du im Begriff bist,
Dich wirklich etwas zu trauen.
Oder Dir mit einer scharfen Kralle ins Schienbein zu fahren,
wenn Du zu lange zögerst oder Dir ein „Später“ schönredest.

Manchmal lässt der Kater eine weiße Maus fallen.
Einfach so – um Dich zu erschrecken.
Plötzlich liegt sie da.
Zuckt mit den Schnurrhaaren.
Und in dem Moment, in dem Du denkst:
„Was soll das jetzt?“
merkst Du,
dass ein nagender Gedanke verschwunden ist,
den Du seit Wochen nicht loswurdest.
Wenn ein Gedanken besonders hartnäckig ist kann es sein,
dass sie kurz Deine Beine hoch rennt und Dich in die Wange kneift.

Was kaum einer weiß, der Kater und die Maus sind ein eingeschworenes Team,
sie teilen sich abends eine Dose Thunfisch auf dem Dach einer Sternschnuppe.

Jack Nox nimmt nur Bezahlung in Form von
einem verlorenen Wunsch
und einem halben Versprechen an Dich selbst.
Bargeld wird ignoriert.
Kryptowährung ist möglich –
aber nur in Traumwährungseinheiten.

Manche Käufer behaupten,
sie hätten bei ihm einen „Zukunftsfunken“ gekauft – unter der Hand.
Ein kleiner Lichtblitz in einer Dose.
Nur zu öffnen, wenn es wirklich drauf ankommt.

Andere sagen, sie hätten bei ihm ihren Plan B gelassen
und dafür Glitzer für Plan A bekommen.

Der Schwanz des Katers schlägt leicht gegen Deinen Knöchel.
Einmal.
Zweimal.

Jack Nox hebt den Kopf.
Der Rauch seiner Zigarette malt ein Fragezeichen in die Luft,
das sich rückwärts wieder auflöst.
„Los“, sagt er.
„Was willste?
Oder willst Du weiter tun,
als hättest Du ewig Zeit?“

Du sagst nichts.
Aber Du greifst in die Manteltasche,
die er Dir offen hält –
nur ein paar Sekunden.
Lang genug,
um Dich zu entscheiden.
Kurz genug,
um es später einen Zufall zu nennen.

Du ziehst etwas heraus,
das Dich selbst verwundert.

Jack Nox zieht seinen Mantel wieder zu.
Du willst noch was sagen –
aber er hebt die Hand.
Ein Finger,
still.
Ein „pssst“ ohne Laut.
Dann dreht er sich um,
verschwindet den Gang hinunter,
als wär er nie da gewesen.

Nur der Kater bleibt noch kurz.
Blinzelt.
Streckt sich.
Und legt Dir
noch eine Feder
auf den Schuh.
Ein Rest
eines Liebespfeils.

Ab 31.12. als kunstvolle PDF-Sammel­edition – Dein Artefakt aus Roseashen.
Hier zum Downloaden.

Was Du u.a. noch in seinem Mantel findest

  • Ein kleiner Kompass, der durchdreht, wenn Du Dich selbst belügst.
  • Ein Lippenstift mit dem Farbton „Zweite Chance“.
  • Ein Papierflieger mit Deiner Handschrift von vor zehn Jahren.
  • Ein Flackerbild aus Visionen.
  • Ein abgelaufener Abenteuer-Coupon (verwendbar – aber nur einmal).
  • Ein Fläschchen mit „Glaubwürdige Ausrede – heute ausverkauft“
  • Ein Rubbel-Tarot mit drei möglichen Realitäten – je nachdem, womit Du zahlst
  • Ein abgerissener Fahrplan für alle Züge, die Du verpasst hast – mit einem Stern neben dem, der vielleicht morgen noch mal fährt.
  • Ein Leuchtschild mit: „Was darf’s sein? Illusion oder Initialzündung?“

Angebot des Tages?

Eine Knallbonbon-Erkenntnis mit eingebauter Musik.
Zündet beim dritten Zögern.

Irgendwo lacht Missy, weil Du endlich hier  bist.

Willkommen im Kaninchenbau. Zieh Deinen Kopf aus dem Denken und steck ihn ins Chaos.