Akasha Coaching Mentorin

Roseashen schläft nie…
und mein Kopf auch nicht.
Zwischen Lichtern, Stimmen und Gedanken,
die zu laut sind —
Beyond Your Vision.

Fuck it. Ich starte jetzt.

Heute lande ich in einer Werkstatt, die aussieht wie ein Traum aus Messing und Magie.
Zahnräder in allen Größen hängen an den Wänden wie metallene Sonnen.
Messingrohre schlängeln sich über die Decke, aus denen hier und da Dampf zischt.
Gaslampen werfen warmes, flackerndes Licht auf technische Zeichnungen und Blaupausen, die überall verstreut liegen.

In der Ecke spielt eine mechanische Spieluhr eine Melodie, die klingt wie Nostalgie mit Herzschlag.

Die Luft riecht nach Öl, Metall und – überraschend – nach Parfüm. Etwas Sinnliches, das zwischen all der Mechanik schwebt …

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Am Arbeitstisch
steht Miss Ignition.

Ihre kupferfarbenes Locken sind zu einem wilden Dutt hochgesteckt,
aus dem sich schon einige Strähnen gelöst haben und wie elektrisch wippen.
Auf ihrer Stirn funkelt eine Schutzbrille.

Über einer petrolfarbenen Satinbluse mit magentafarbenen Rüschenrock
trägt sie eine Lackschürze in schimmerndem Kupfer,
die fast den selben Farbton wie ihre Haare haben.
In ihren Händen hält sie einen kleinen mechanischen Vogel
aus Messing und Zahnrädern.

Sie dreht an einem winzigen Schlüssel,
justiert ein Rädchen, lächelt konzentriert.

Dann – mit einer schnellen Bewegung –
zündet sie etwas an.

Ein Funke. Es rattert und dann ein Klicken.
Der Vogel beginnt sich zu bewegen.
Erst ist alles mechanisch, steif, dann wird es fließender.
Die Messingflügel schlagen. Werden schneller und schneller.
Und plötzlich – verwandelt er sich.

Aus Metall werden Federn.
Aus Zahnrädern wird Herzschlag.

Der Vogel wird lebendig, schillernd im Licht der Laternen.
Auf einmal ist da ein echter Paradiesvogel,
der durch die Werkstatt fliegt und sich auf einem Messingrohr niederlässt.

Miss Ignition wischt sich die Hände ab, grinst mich an.
„Siehst Du? Erst die Mechanik. Dann das Leben. So funktioniert das.“

Sie deutet auf einen Hocker neben sich.
„Du siehst aus, als bräuchtest Du einen Zündfunken. Setz Dich.“

Sie schenkt zwei dampfende Getränke in Messingbecher ein.
Die Flüssigkeit glüht von innen, als hätte sie eigenes Feuer.

„Zündstoff,“ sagt sie.
„Ingwer, Kardamom, ein Schuss Karamell und etwas, das ich nicht verrate.“
Ich nehme einen Schluck. Scharf. Warm. Belebend.
An der Wand hängt ein Schild aus poliertem Kupfer:
„Wer startet, wird lebendig. Wer wartet, rostet.“

Miss Ignition lehnt sich lässig gegen die Werkbank,
und pustet sich eine verwirrte Haarsträhne aus der Stirn.

„Die Leute denken immer, Magie passiert einfach so. Poof. Wie von selbst.
Aber was wirklich magisch ist, ist dieser eine Moment, indem Du das erste Zahnrad einsetzt.
Wo Du den Schlüssel drehst und sagst: Fuck it, ich starte jetzt einfach.“

Sie nimmt einen Schluck aus ihrem Becher, die Augen funkeln.
„Ich baue Motoren. Ich weiß, wie das läuft.

Am Anfang ist es nur Mechanik. Kalt. Hart. Unperfekt.
Du setzt ein Zahnrad ein, dann noch eins, dann noch eins.
Du drehst, justierst, probierst.
Und dann – irgendwann, beginnt es zu laufen.
Nicht, weil Du gewartet hast, bis es sich richtig anfühlt.
Sondern weil Du angefangen hast.“

Sie dreht sich um, nimmt ein Zahnrad von der Werkbank,
lässt es durch ihre Finger gleiten.

„Viele sagen:
‚Ich fühl’s noch nicht.
Ich bin noch nicht bereit.

Ich warte auf den richtigen Moment.‘
Aber weißt Du was? Der richtige Moment ist eine Illusion.
Der richtige Moment ist, wenn Du anfängst.“

Sie wirft das Zahnrad in die Luft, fängt es wieder auf.
„Du brauchst keinen perfekten Plan.
Du brauchst eine grobe Skizze und den Mut,
den ersten Funken zu zünden.
Den Rest baust Du im Entstehen.“

Der Paradiesvogel fliegt an mir vorbei,
landet auf ihrer Schulter, zwitschert leise.

„Ist er nicht atemberaubend?“ sagt sie
und streichelt sanft über die schillernden Federn.

„Vor fünf Minuten war er noch Metall. Jetzt ist er lebendig.
Nicht, weil ich gewartet habe, bis die Magie kommt.
Sondern weil ich ihn gestartet habe.“

Sie setzt den Vogel auf einen Ast aus Kupferdraht, wendet sich mir wieder zu.
„Die Mechanik zeigt Dir in der Bewegung, was sie braucht.
Du kannst nicht alles am Reißbrett sehen und planen.
Du musst den Motor starten.
Ihn auf der Straße beobachten und nachjustieren, wo es gebraucht wird.“

Sie schenkt uns Getränke nach, der Dampf steigt auf wie kleine Geister.
„Die meisten warten darauf, dass das Leben sie wählt.
Aber das Leben wartet darauf, dass Du es startest.“
Sie hebt ihren Becher.

„Auf den ersten Funken.
Auf die ersten Zahnräder.
Auf alles, was noch unperfekt und trotzdem schon in Bewegung ist.“

Wir stoßen an. Das Metall klingt hell und klar.

„Und wenn Du dann läufst,“ flüstert sie verschwörerisch,
„dann lernst Du fliegen.“

Der Vogel hebt wieder ab,
kreist durch die Werkstatt, landet auf meiner Schulter.
Er fühlt sich warm an und lebendig.

Miss Ignition lächelt.
„Magie ist keine Frage des Wartens.
Sie ist eine Frage des Startens.“

Draußen beginnt es zu dämmern.
Drinnen glühen die Gaslampen.
Die Spieluhr spielt weiter.
Und irgendwo startet ein Motor.

Hier beginnt Magie mit einem Funken.
Und Zahnräder werden zu Flügeln.
Roseashen – Beyond Your Vision.

Deine Sandra

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