Trauer und Tod sind Teil unseres Lebens. Schon lange beschäftige ich mich damit. Seit vielen Jahren schreibe ich immer wieder an meinem Buch über die Farben der Trauer, über Rituale und Poesie. Manchmal gibt es Zeiten, da ergänze ich etwas, dann wieder lange, lange nichts. Ich folge da dem intuitiven Ruf, dränge mich selbst nicht, auch wenn ich spüren kann, dass es immer klarer Zeit wird, es in die Welt zu bringen. Vielleicht auch gerade jetzt, wo so vieles zerbricht und aufbricht und sich verändert.

Tod – manchmal geschieht es plötzlich, manchmal kündigt er sich an. Derjenige der geht, atmet aus, wir atmen ein – halten an. Immer ist es ein Atem anhalten – für alle. Stillstand, die Zeit, die Welt, das Vertraute bleibt einen Moment stehen. Und als Lebende entscheiden wir, wann wir weiter atmen können und wollen. Wann und wie es sich weiter dreht, das Leben, die Zeit. Verändert.

Ich habe den Tod auf verschiedene Arten erlebt. Plötzlich ist er hereingebrochen und hat alles auseinander gerissen und dann wieder kam er wissend und weise. Auch ich selbst habe einen kurzen Moment schon in seine Augen geschaut.
Für mich ist der Tod eine Geburt in eine andere Dimension. Ende und Anfang. Anfang und Ende. Ewig.

Ich schreibe Dir hier, wie ich den Tod wahrnehme und ihm begegnet bin. Bitte fühle Dich frei, anders darüber zu denken.

Als ich das erste Mal intensiv mit dem Tod eines geliebten Menschen in Berührung gekommen bin, war ich Anfang 20. Davor gab es auch schon Trauerfälle, doch keinen, der mir so den Boden unter den Füßen weggerissen hat, wie den von meiner damaligen Schwiegermutter.
Der Anruf kam Abends aus dem Krankenhaus, Lungenembolie nach einem Routineeingriff. Schock. Erstarren. Zu all dem Entsetzen, welches durch mich geflossen ist, floss aber auch eine tiefe Ruhe und Sicherheit, dass ihre Seele jetzt frei ist. Der Verlust war unglaublich schmerzhaft und gleichzeitig wurde mir vieles so klar, wie ein Sternenbild, was sich auf einmal vervollständigte.

Ich habe angefangen alles in Frage zu stellen. Das Leben, den Tod, den Umgang damit. Was ich glaube, was ich bin. Ich habe angefangen, mich intensiver mit der schamanischen Sicht auf den Tod zu beschäftigen. Habe mich von meinem bisherigen Glauben gelöst. Einen Glauben, den ich bis dahin ungefragt einfach übernommen hatte und der sich schon die ganze Zeit so widersprüchlich angefühlt hatte. Es war der Anfang, alles, was ich bisher gelernt habe, in Frage zu stellen. So bin ich auch in die Welt der magischen Heilkünste geschritten, habe altes Hexen- und Priesterinnen-Wissen wieder entdeckt.

All das hat mir geholfen, meine eigene Rituale zu kreieren, um zu heilen und um Abschied zu nehmen. Meine Schwiegermutter und ich hatten bei unserer letzten Begegnung auf dieser Erdenwelt ein heftige Meinungsverschiedenheit. Umso heilsamer war es, auch über ihren Tod hinaus, Vergebung und Dankbarkeit zu spüren. Ich habe Briefe an sie geschrieben und über das Feuer an sie gesendet, habe an ihrem Grab gesungen und sende ihr heute noch immer wieder Grüße über den Wind und die Sterne. Wir begegnen uns zwischen den Welten und Zeiten.

Tage nach diesem Schock ist auch die kleine Seele, die ich zu dem Zeitpunkt unter dem Herzen getragen habe, wieder zu den Sternen gereist. Manche Tage bleiben uns so sehr in der Erinnerung, warm war es, die Sonne hat in meinem Gesicht getanzt und es hat nach Honig gerochen. An diesem Sommertag bin ich Abends mit meinem damaligen Mann Essen gegangen und habe so getan, als wäre nichts Schlimmes geschehen. Keine Trauer, kein Schmerz, kein Abschied. Weggepackt in eine Schublade und mit einem dicken Schloß versehen.
Doch das Schloß ist immer schneller und schneller gerostet, Jahre später ist mir diese Schulbade dann um die Ohren geflogen, in einem gewaltigen Zusammenbruch. Erst da habe ich das greifen und in mir heilen können. Und wieder waren es die magisch-poetischen Rituale, war es die intensive Begegnung mit der Ander-Welt, die mich dabei getragen hat. In einem berührenden Perlen-Ritual habe ich die kleine Seele ganz bewusst angeschaut und in Liebe verabschiedet.

In all dem Schmerz habe ich tiefer Einweihungen erfahren und erkannt, dass mein Weg der Weg der Schattentänzerin ist, der Magierin. Ich wandel den Schmerz immer wieder.

Gerade wo ich das schreibe werden mir so viele kleine Elemente noch mal bewusst, Kreise und Verbindungen und einiges wird noch mal klarer.

Da ich spüre, dass all das sinken darf und es noch so vieles gibt, was ich Dir erzählen möchte, wenn Du meiner Geschichte lauschen magst, werde ich mehrere Teile schreiben.

Ich schreibe Dir in den nächsten Wochen noch etwas über meinen damaligen Frei-Tod-Wunsch, die Begleitung meiner Oma im Sterben, den Tod von meinem Opa und mein tiefster Tod-Punkt einer Krankheit.

Wenn Du Dir eine liebevolle, poetische Begleitung bei Deinen Schmerz- und Trauerthemen wünscht, ich bin da. Meine Mentoring und Heilsitzungen findest Du hier.

Es geht nicht um den Tod geht, sondern um das Leben!

 

Love, Deine Sandra 

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